Forum für das Ehrenamt

Bürgerstiftung Coesfeld will im Natz-Thier-Haus eine Geschäftsstelle einrichten

Das Natz-Thier-Haus: Nach dem Auszug des Werkstattladens von Haus Hall im vergangenen Jahr zeichnet sich nun eine neue Nutzung als Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Coesfeld ab. Das kleine Museum im Obergeschoss soll erhalten bleiben.

 

Von Christine Tibroni

 

Coesfeld. Sie ist längst eine feste Größe in der Stadt, nun soll sie auch eine feste Adresse bekommen: Die Bürgerstiftung Coesfeld möchte das seit geraumer Zeit leer stehende Erdgeschoss des Natz-Thier-Hauses an der Pfauengasse nutzen. Geplant sei, eine Geschäftsstelle einzurichten mit Büro, kleinem Besprechungsraum, Lager und Archiv im hinteren Teil und einem Veranstaltungs-/Begegnungsraum im Eingangsbereich, berichtet Stiftungsvorsitzender Johannes Evers auf Anfrage. Letzterer soll das Herzstück der Geschäftsstelle werden, ein Forum für Kultur und Kommunikation, das nicht nur die Bürgerstiftung bespielen will. „Dieser Raum soll allen ehrenamtlich Tätigen zur Verfügung stehen, die ihn für Versammlungen und kleine, öffentliche Veranstaltungen nutzen können“, so Evers, der es wichtig findet, die Bürgerstiftung im 15. Jahr ihres Bestehens „auch visuell zu verankern.“ Ein Gedanke, der prominente Unterstützung erfährt. Prof. Dr. Burkhard Küstermann, Experte für Bürgerstiftungen, habe bei einer Klausurtagung zum Thema „Bürgerstiftung 2030“ im vergangenen Jahr ebenfalls dazu geraten, der Institution ein Gesicht zu geben. Wie Evers weiter mitteilt, sei die Bürgerstiftung in guten Gesprächen mit der Stadt Coesfeld, die Eigentümerin der geschichtsträchtigen Immobilie ist.

 

1826 erbaut, diente das Fachwerkhaus als Wohnung und als Betriebsstätte für die Thier‘sche Zinngießerei. Der Sohn des letzten Zinngießers, Natz Thier, wurde als Heimatdichter und Gründer der Die-La-Hei bekannt. 1983 erbte die Stadt Coesfeld das Gebäude mit der Auflage, es im Gedenken an die Familie Thier zu nutzen. In diesem Sinne richtete der Heimatverein Coesfeld 1993 im Obergeschoss ein Museum zu Natz Thier, seiner Familie und der Heimatbewegung in Coesfeld ein. Das Museum soll erhalten bleiben, die Ausstellung allerdings unter der Regie von Dr. Kristina Sievers (Stadt) überarbeitet werden. In die Überlegungen zur künftigen Nutzung des Natz-Thier-Hauses seien laut Evers auch die Die-La-Hei einbezogen, die die Verwaltungsräume gegebenenfalls mitnutzen werde, sowie der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP), mit dessen Hilfe verlässliche Öffnungszeiten sichergestellt werden könnten.

 

Wenn die Planungen weiterhin gut vorangehen, könnte bereits im Spätsommer die neue Geschäftsstelle eröffnet werden.

 

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